Roadtrip Adenau (D) nach Kharkiv (UA) - Tag 5

11. Juli 2018 - Von Rivne (UA) über den Tunnel of Love in Klevan nach Zhytomyr (UA)

Kilometerstand 3921

Für die Statistik - gestern waren es 411km, davon ca. 300 auf ukrainischen Straßen.

Nicht der beste Tag der Tour - nein, bestimmt nicht!

Der heutige Tag war besch***eiden - anders kann ich es leider nicht sagen.


Es fing mit dem Frühstück im Hotel an. Ein Super Hotel, tolles Zimmer, tolles Badezimmer, super Lage, sehr fairer Preis - aber das Frühstück war, naja, nennen wir es eher bescheiden. Selbst der Kaffee war nicht so toll.

Tunnel of Love

Ich breche schon um kurz nach 8 Uhr auf, da eines meiner Wunschfotomotive auf dem Plan steht. Ca. 25km nordwestlich von Rivne liegt der kleine Ort Klevan und in Klevan gibt es den "Tunnel of Love", eine Eisenbahnstrecke (auf der tatsächlich noch drei- bis viermal am Tag extrem langsame Güterzüge fahren), die durch einen Laubtunnel führt. Das Motiv habe ich auf tausend Fotos gesehen und möchte es unbedingt auch fotografieren.


Kurz vor 9 Uhr erreiche den Ort, mit mir kommt ein norwegisches Paar an, das sich im Auto erstmal ordentlich mit irgendwas einreibt. Was machen die denn da?


Wir sind um diese Uhrzeit die einzigen Besucher, nur zwei Babuschkas (russisch: Oma - allerdings keineswegs abwertend. Wenn man in Russland den Namen einer alten Frau nicht kennt, ist es nicht unhöflich zu fragen: "Babuschka, wie heissen Sie?"), die Souvenirs verkaufen. Für umgerechnet 1,60 € (50 Griwna - amtliche Abkürzung UAH) kaufe ich vier Kühlschrankmagnete mit dem Motiv des Tunnels. Die kann man immer mal als kleines Mitbringsel gebrauchen.

Mücken in der Größe kleiner Fledermäuse

Ich brauche nicht weit zu laufen, der Tunnel beginnt direkt am Parkplatz. Aber kaum trete ich in den Schatten des Tunnels, da fallen sie über mich her. Mücken von der Größe kleiner Fledermäuse. Miilionen und Abermillionen von diesen Viechern - und alle wollen nur mein Bestes - mein Blut.


Sobald ich stehen bleibe, setzen sie sich zu Dutzenden (nicht übertrieben!) auf meine nackten Arme, mein Gesicht und meinen Hals - ich komme kaum zum Fotografieren, da ich ständig Mücken abwehren muss. Jetzt weiss ich auch, womit sich die Norweger eingerieben haben.

Flucht aus dem Tunnel of Love

Letztendlich gebe ich auf und flüchte. Ich bin mir absolut bewusst, dass ich kein wirklich vernünftiges Foto gemacht habe, aber ich kann mich bei den ganzen Mücken einfach nicht auf die richtigen Einstellungen der Kamera konzentrieren. Wenn ich hier noch einmal hinkomme, dann nur mit wirksamen Mückenschutz. (Nachtrag: Im August 2019 werde ich wohl noch einmal nach Klevan fahren - dann aber besser vorbereitet).

Der Tunnel of Love in Klevan

Frustriert fahre ich zurück nach Rivne und quer durch die Stadt zur M 06. Die Fahrt durch die Stadt ist holprig. Bodenwellen und Schlaglöcher pflastern meinen Weg. Das K-espann mag diese Straßenverhältnisse überhaupt nicht. Meine Laune sinkt weiter und sie erreicht ihren Tiefpunkt, als ich die M06 erreiche. Zweispurig - die ganzen 180km nach Zhytomyr. Die Langeweile ist mein Begleiter auf dieser Fahrt. Ich mache mehr Kaffeestops als üblich, da ich durch meine verfrühte Flucht vom "Tunnel of Love" mehr als genug Zeit habe.

Leider typisch in der Ukraine - streunende Hunde

An einer Tankstelle fällt mir das nachfolgende Motiv auf, es ist typisch ukrainisch. Wo immer auch Menschen sind (leben oder arbeiten), finden sich auch streunende Hunde ein. Ich mache eine schnelle Aufnahme mit dem Handy, bevor ich meinen Weg fortsetze.

Ein Streunerhund an einer Tankstelle an der M06

Das Thema streunende Hunde wird meinen morgigen Tag bestimmen, an dem ich in Zhytomyr bleibe. Zur Mittagszeit habe ich einen Termin mit ukrainischen Repräsentanten der international tätigen, aus Österreich stammenden Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Für einen geplanten Artikel im österreichischen Hundemagazin WUFF (in dem ich bereits zwei Artikel über das Catch - Neuter - Vaccinate - Release (CNVR) Programm der georgischen Hauptstadt Tiflis veröffentlicht habe) brauche ich Fotos der Vier Pfoten Tierklinik und Hintergrundinformationen über eine Vereinbarung zwischen Vier Pfoten und der Stadtverwaltung in Zhytomyr ein dreijähriges Pilotprojekt zum Thema CNVR durchzuführen.


Das Hotel in Zhytomyr ist ok. Sehr freundliches Personal, das leider weder deutsch noch englisch spricht. Wir verständigen uns auf der Grundlage meiner rudimentären Russischkenntnisse und es klappt erstaunlich gut.


OK - noch eine Notiz an mich selbst: "Mach mit dem Russischunterricht weiter!"

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