Kleine Zwischenbilanz - ein Jahr UAZ 452D Buchanka

Aktualisiert: Aug 21

1. August 2020 - Heute vor einem Jahr habe ich Sid im Internet gefunden und gekauft. Was sich inzwischen getan hat - und was nicht - habe ich hier mal dokumentiert.

Erste Probefahrt mit Sid vor einem Jahr

Es war Liebe auf den ersten Blick. Anders lässt es sich nicht erklären, warum ich Sid gekauft habe. Der Allgemeinzustand war eher suboptimal und er war anders als die regulären UAZ 452, die im Mutterwerk in Uljanowsk in Russland fertig gestellt wurden. Das liegt daran, dass er seine Fahrgastkabine in der ukrainischen Automobilfabrik Lwow LAZ (Lvovsky Avtomobilny Zavod) erhalten hat. So hat er zum Beispiel anstelle der doppelflügeligen Tür hinten eine nach oben schwingende Heckklappe.

Individualität über alles

Aber gerade auch diese Andersartigkeit hat mich an Sid gereizt. Und trotz aller Probleme, die im ersten Jahr aufgetaucht sind, habe ich Sids Kauf bislang nicht bereut. Und ich hoffe, das bleibt auch so.

Vor das Vergnügen ...

... haben die Götter den Schweiß gesetzt. Und geschwitzt habe ich mit (und in) Sid schon ordentlich. Zum Beispiel, als mir im März auf einer Testfahrt in die Kytsivka Wüste das Kupplungsgestänge brach und ich ohne Kupplung die 60km nach Kharkiv zurückkehren musste. Oder als vor 7 Tagen in Vesele das Getriebe seinen Geist aufgab und ich 50km nur im 3. Gang zurück nach Kharkiv fahren musste.

Fotosession und Testfahrt in der Kytsivka Wüste

Kommen wir mal dazu, was ich bislang alles an Sid gemacht habe - das ist eine ordentlich lange Liste.

Mein Motto: Funktionalität vor Aussehen

Direkt nachdem ich Sid gekauft habe, wurde die komplette Bremsanlage inklusive Bremstrommeln, Haupt- und Radbremszylindern, Bremsleitungen erneuert. Sid bekam eine neue Batterie, neue Stossdämpfer und eine Renovierung der Blattfedern. Die hintere Kardanwelle wurde genauso erneuert wie alle Betriebsflüssigkeiten, die Kupplung und die Feststellbremse. Die Öl- und die Benzinpumpe wurden ausgewechselt, Zylinderkopf und -fußdichtung wurden ebenso erneuert wie die Heizung. Sid bekam einen neuen Schalldämpfer und einen Fahrersitz von einem BMW. Den BMW Fahrersitz kann inzwischen der Beifahrer nutzen, als Fahrersitz dient jetzt ein Smart Fahrersitz, den ich in Deutschland gekauft und in die Ukraine geschickt habe.

Räder und Reifen

Die mindestens 20 Jahre alten Originalreifen und Felgen habe ich gewechselt. Anstatt auf der regulären Reifengröße 215/90R15 rollt Sid nun auf Winterreifen Nokian Nordman RS2 SUV in der Größe 235/75R15. Aufgrund des kleineren Reifendurchmessers verliere ich dadurch zwar etwa 1 cm Bodenfreiheit, habe aber auf der anderen Seite einen modernen und sichereren Reifen. Ich werde diesen Reifen auch im Sommer fahren und erst beim Antritt meiner geplanten langen Reise nach Kamtschatka auf einen All Terrain Reifen in gleicher Größe umsteigen.


Im Cockpit habe ich einen neuen Tacho und seit kurzem auch neue Zusatzinstrumente. Zwischenzeitlich wurde auch die Schaltmechanik gewechselt und ganz aktuell befindet sich Sid in der Werkstatt, wo er ein neues synchronisiertes Vierganggetriebe bekommt. Nicht vergessen sollte ich vielleicht die neue Hinterachse. Und eine neue Frontstoßstange habe ich ihm auch spendiert.

Es gibt noch viel zu tun

Wirklich täglich fahren kann ich Sid seit letztem Januar. Seitdem bin ich knapp 600km in und um Kharkiv gefahren. Zur Zeit befinde ich mich immer noch in der Phase, seine Schwächen zu identifizieren und auszumerzen. Das ist anstrengend und teuer aber ein absolutes Muss, bevor ich Sid wirklich vertrauen kann. Ich denke, einen guten Schritt weiter in diese Richtung komme ich mit dem aktuellen Einbau des synchronisierten Vierganggetriebes.

Während einer Testfahrt ganz ohne Probleme - Sonnenblumen in der Ukraine

Bevor diese Phase nicht abgeschlossen ist, werde ich nicht mit dem Ausbau von Sids Innenraum anfangen. Hier sollen ein Bett und ein Arbeitsplatz rein, sowie Stauraum für alles, was man für unterwegs so braucht. Zur Stromversorgung habe ich den Einbau eines Ladeboosters und einer zweiten Batterie geplant.


Einen Dachgepäckträger soll Sid ebenfalls bekommen, in erster Linie für Reservekanister, Reserverad und Ersatzteile. Darüber hinaus werde ich noch einmal die Stoßdämpfer wechseln. Die originalen UAZ Dämpfer werden als Reserve eingepackt, die neuen Stoßdämpfer werden von Bilstein sein. Einen entsprechenden Händler, bei dem ich sie bestellen kann, habe ich gerade heute in Kharkiv gefunden.


Und ich habe hier auch noch einige Scheinwerfer rumliegen, die ich aus Deutschland mitgebracht habe und die auf Einbau warten - zusätzliche Fernscheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Nebelschlussleuchte und Rückfahrleuchten.

Und dann ist da noch die Sache mit der Zulassung

Ach - ganz wichtig. Sobald die Phase der Problemidentifizierung abgeschlossen ist, muss ich mit Sid unbedingt nach Kiew fahren und ihn dort endlich auf meinen Namen zulassen. Bislang habe ich mich noch nicht getraut, diese 1200km lange Tour in Angriff zu nehmen.


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