Khinkali & Khachapuri (2)

1. Mai 2015 - Eine (kulinarische) Abenteuerreise in Georgien - Oder: Georgisch für Anfänger und Fortgeschrittene

Sandros KMZ (Dnepr) K750 - volle 26 PS aus dem alten Seitenventilmotor

Am Abend vor dem Tourbeginn führen uns Sandro und seine Freundin Nino in ein traditionelles georgisches Restaurant in der Altstadt von Tiflis. Es gibt Khinkali und Khachapuri, Sulguni[i], Shkmeruli[ii] und Lavashi[iii], dazu georgisches Herzog Bier, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot – deutsche Braukunst erfreut sich in Georgien einer großen Beliebtheit. Und nicht zu vergessen Cha Cha, ein dem italienischen Grappa ähnlicher Schnaps aus Traubentrester.

Wichtigster Reisebegleiter - der Tamada

Sandro macht uns mit der georgischen Tradition des Tamada[iv] vertraut und übernimmt diese in Georgien wichtige Funktion auch gleich. Wir verbringen einen fröhlichen und entspannten Abend und machen uns miteinander bekannt – immerhin müssen und wollen wir die nächsten sechs Tage zusammen ein hoffentlich unvergessliches Abenteuer bestreiten.


Am nächsten Morgen bringen Sandro und sein Geschäftspartner Dimitri die alten Russenboxergespanne zu unserem Hotel. Sandro fährt einen K750 Seitenventiler, die Tourteilnehmer bekommen Dnepr MT10 und MT11 zugewiesen. Allerdings handelt es sich nicht um „reinrassige“ Modelle, sondern die in Georgien und anderen Teilen der ehemaligen Sowjetunion üblichen Mischmodelle, eine Folge der Mangelwirtschaft zu Sowjetzeiten, wo man die Teile zusammenbaute, die gerade verfügbar waren.

Raus aus Tiflis - letzter Stop vor dem Verlassen der Millionenstadt
Alte Georgische Heeresstrasse

Wir verlassen Tiflis in Richtung Westen, passieren Mtskheta und biegen dort Richtung Norden auf die Alte Georgische Heeresstraße ab. Die Alte Georgische Heeresstrasse war zu Sowjetzeiten - und ist es auch heute noch - die wichtigste Straßenverbindung zwischen Tiflis und Moskau.

Rast am Zhinvali Reservoir bei Ananuri - im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel des Hohen Kaukasus

Über Ananuri, Pasanauri, Gudauri und den Kreuzpaß auf 2.395m Höhe fahren wir nach Stepantsminda, wo wir gegen 19.00 Uhr eintreffen.


Eine für den gleichen Tag geplante Pferdetour zum Kloster Gergetis Sameba (Gergetier Dreifaltigkeitskirche) verschieben wir auf den nächsten Morgen und lassen den Abend in der Küche der Gastgeberfamilie bei Khachapuri, Lavashi, Bier und Cha Cha ausklingen.

[i]Sulguni – georgischer Weichkäse in verschiedenen Geschmacksrichtungen

[ii]Shkmeruli – Huhn in einer sehr schmackhaften Knoblauchsauce

[iii]Lavashi – georgisches Fladenbrot

[iv]Tamada – Tischmeister in der georgischen Trinkkultur, unter anderem verantwortlich für die in Georgien unverzichtbaren Trinksprüche


Weitere Fotos dieses Reisetages:

Die Festung Ananuri an der Alten Georgischen Heeresstrasse

Tierischer Verkehr auf der Alten Georgischen Heeresstrasse

Vergessene Schätze sowjetischer Autokultur auf einem privaten Autufriedhof in Pasanauri

Made in USSR - Detailaufnahme vom privaten Autofriedhof in Pasanauri

Die Auffahrt nach Gudauri - bis hierhin hat es der Frühling noch nicht geschafft

Schnee am Kreuzpass - mit 2395m über dem Meeresspiegel der höchste Punkt der Tour

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