Jahresrückblick 2020

Aktualisiert: Jan 9

1. Januar 2021 - Alles in allem war 2020 trotz der Pandemie kein schlechtes Jahr für Sid und mich. Meine Familie, meine Freunde und ich wurden von Covid-19 verschont und Sid hat einen Riesensprung in Richtung Zuverlässigkeit und Reisetauglichkeit gemacht.

Sid mit seinem neuen Kennzeichen

Im Januar 2020 traf der Fahrersitz des Smart 451 aus Deutschland in der Ukraine ein und ich habe ihn direkt einbauen lassen. Das ist kein Vergleich zu dem zuvor verwendeten Mercedes-Fahrersitz. Der Smart-Sitz ist niedriger und verstellbar, so dass ich meine Sitzposition nun auf mich einstellen kann und sie sich dadurch deutlich verbessert. Den Mercedes-Sitz habe ich auf der Beifahrerseite einbauen lassen. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch davon ausging, dass ich meist alleine unterwegs sein werde, erschien mir das als gute Wahl.

Sid mit dem Smart-Fahrersitz

Und bei der Gelegenheit hat Sid auch gleich zwei vernünftige Gasdruckstoßdämpfer für die Heckklappe bekommen. Jetzt kann ich die alte, verrostete Eisenstange rausschmeißen, die ich bislang benutzt hatte, um die Heckklappe offen zu halten.

Das neue Logo

Ebenfalls im Januar 2020 erhielt "Meine lange Reise nach Kamtschatka" ein eigenes Logo. Erstellt hat mir das Logo die Kleine Logo Werkstatt von Annett Baumgartner nach meinen Vorgaben. Sie hatte mir vor einiger Zeit auch schon mein "Intense Colours Photo by Franklin Tummescheit" Logo erstellt, mit dem ich alle meine Fotos markiere. Wer selber mal auf der Suche nach einem aussagekräftigen Logo ist, der ist in der Kleinen Logo Werkstatt bestens aufgehoben.


Das Logo zeigt zwei markante Vulkane auf Kamtschatka und im Vordergrund Sid. Irgendwann wird das Logo auch Sid zieren.

"Meine lange Reise nach Kamtschatka" hat ein eigenes Logo

Im März 2020, während ich im Urlaub in Deutschland war, habe ich eine komplett neue Hinterachse einbauen lassen. Die Geräusche, die die alte Hinterachse gemacht hat, waren definitiv zu laut und wenig vertrauenserweckend. Und die Werkstatt hat es dann auch bestätigt - das Hinterraddifferential hatte deutliche Spuren von Karies. Mit der neuen Hinterachse hat sich der Geräuschpegel in Sid erheblich gesenkt - auch wenn ich bestimmt nicht davon sprechen kann, dass Sid nun ein leises Fahrzeug ist.

Neue Frontstoßstange

Und eine neue - massivere - Frontstoßstange hat Sid bei der Gelegenheit auch gleich bekommen. Man kann sie sehr schön auf dem Titelfoto dieses Artikels sehen. Diese Stoßstange brauche ich noch, um dort später Zusatzscheinwerfer zu montieren.


Nachdem endlich alle mechanischen Schwachstellen am Buhanka ausgebügelt waren - zumindest dachte ich das zu dem Zeitpunkt - war es Zeit für längere Testfahrten, um weitere Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben. Daher hatte ich mir im März 2020 eine Fahrt in die Kitsivka Wüste im Pechenihy District vorgenommen.

Testfahrt in der Kitsivka Wüste

Auf dem Weg zu einem schönen Sandspot zwischen Bäumen dann der Schreck. Beim Treten des Kupplungspedals tat es einen Schlag und die Kupplung war ohne Funktion. Die Verbindungsgabel des Kupplungsgestänges am Ausrückhebel der Kupplung war gebrochen.

Da ich keine andere Möglichkeit hatte - außer einen Abschleppwagen in die Wildnis zu bestellen, worauf ich keinen Bock hatte - kehrte ich mit Sid nach Kharkiv zurück - ohne Kupplung. Und es klappte sogar deutlich besser, als ich anfangs befürchtet hatte.

Die Kitsivka Wüste

Mitte April 2020 dann ein kleiner Schock. Mein deutscher Arbeitgeber - das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze in Berlin - hat in Abstimmung mit dem deutschen Auswärtigen Amt entschieden, dass ich und viele meiner deutschen Kollegen aufgrund der Covid-19 Pandemie aus der Ukraine evakuiert werden.

Covid-19 schlägt zu

Also verließ ich die Ukraine und kehrte erst Mitte Juni 2020 wieder zurück. In der Zwischenzeit arbeitete ich in Deutschland im Home Office, konnte mich allerdings nicht um Sid kümmern.


Nachdem ich Mitte Juni in die Ukraine zurückgekehrt war, habe ich im Juli 2020 neue Rundinstrumente für Sid besorgt und eingebaut.

Die neuen Rundinstrumente mit vernünftigen Edelstahlschrauben

Ende Juli 2020 traf mich dann der nächste Schlag. Während einer Probefahrt in die ländlichen Gebiete der Region Kharkiv gab Sids Getriebe den Geist auf.

Das neue Getriebe

Ich war im dritten Gang und konnte den Gang nicht mehr wechseln. Als wäre der Schalthebel eingefroren. Letztendlich musste ich knapp 50km nur im dritten Gang nach Kharkiv zurückkehren.


Nach kurzem Überlegen entschied ich mich, anstelle eines neuen (und billigen) teilsynchronisierten Getriebes ein neues (und mehr als doppelt so teures) vollsynchronisiertes Getriebe zu kaufen und einbauen zu lassen. Und das war eine der besten Entscheidungen des letzten Jahres. Sid liess sich ab sofort wie ein ganz normales Fahrzeug schalten. Diese elende Hampelei mit Zwischengas und zweimaligem Treten der Kupplung beim Schalten war nun Vergangenheit.

@sid.goes.to.kamchatka

Ende August 2020 habe ich einen neuen, kommerziellen Instagram Account eröffnet und meinen alten Account geschlossen. Auf @sid.goes.to.kamchatka dreht sich alles um "Meine lange Reise nach Kamtschatka" und die Vorbereitungen zur Reise. Zum Jahresende 2020 hat der Account mehr als 1.100 Abonnenten.

"Meine lange Reise nach Kamtschatka" auf Instagram
Neue Bilstein Stoßdämpfer

Anfang September 2020 wurden dann die neuen Bilstein Stoßdämpfer geliefert, die ich einen Monat zuvor in der Ukraine bestellt hatte. Eigentlich sind sie für die Hinterachse eines Mitsubishi L200 bestimmt, passen aber ohne jegliche Anpassung an alle vier Räder meines 1982er Buhanka. Das macht Sid zwar nicht zu einem wirklich komfortablen Fahrzeug, verbessert aber ganz erheblich sein Fahrverhalten und trägt so wesentlich zur Sicherheit bei.

Die neuen Bilstein Stoßdämpfer

Außerdem habe ich den stärkeren Scheibenwischermotor der späteren Buhanka-Modelle einbauen lassen, inklusive der passenden Scheibenwischerarme. Jetzt habe ich nicht mehr das Gefühl, dass der Scheibenwischermotor jeden Moment stirbt, wenn er arbeiten muss.

Roadtrip nach Kiew

Ende September 2020 machte ich mit Pavel einen Roadtrip nach Kiew. Pavel ist ein junger Videoblogger aus Vovchansk. Wir hatten uns über Instagram kenngelernt. Während ich in Kiew Sid endlich auf meinen Namen zulassen wollte, drehte Pavel für sein überwiegend russischsprachiges Publikum einen vierteiligen Blog, den er später auf YouTube veröffentlichte (russisch mit englischen Untertiteln).




Obwohl der Versuch, Sid auf meinen Namen zuzulassen, erfolglos blieb, da mir wichtige Dokumente fehlten, war der Roadtrip ein voller Erfolg. Sid lief die knapp 1.000km innerhalb von drei Tagen ohne Probleme und zeigte sich zum ersten Mal als das zuverlässige Reisefahrzeug, das ich gerne aus ihm machen möchte.

Eileen wird mich nach Kamtschatka begleiten

Im Oktober 2020 kam es dann zu einer gravierenden Planänderung. Ursprünglich wollte ich "Meine lange Reise nach Kamtschatka" ganz alleine machen, inzwischen habe ich allerdings meine Tochter Eileen gefragt, ob sie mich begleiten will und sie hat zugesagt. So wurde aus einer Solo-Tour eine Vater-Tochter-Tour.

Vater und Tochter auf gemeinsamer Tour

Wenige Tage zuvor hatte ich mich entschieden, den ursprünglich für Juli 2025 geplanten Beginn meiner langen Reise nach Kamtschatka um drei Jahre auf den 1. Juli 2022 vorzuverlegen. Getreu dem Motto "Verlorenes Geld kann man zurückholen, verlorene Zeit nicht!" entschloss ich mich ins kalte Wasser zu springen und die Reise nach dem absehbaren Ende meiner Arbeit in der Ukraine anzugehen. Ich bin dann 60 Jahre alt und werde auch nicht jünger. Und ich will nicht noch länger warten, bevor es endlich losgeht.

Die ukrainische Zulassung - endlich

Und endlich - nach 15 Monaten - habe ich nun auch die ukrainische Zulassung auf meinen Namen. Am 8. Dezember 2020 war es soweit, der letzte fehlende Brief des ukrainischen Außenministeriums war am Vortag bei mir eingetroffen, und in einem fast fünfstündigen Marathon konnte ich Sid mit tatkräftiger Hilfe meiner ukrainischen Kollegin und Freundin Kara Lynx beim Service Center des ukrainischen Innenministeriums in Kharkiv zulassen. Kleiner Wermutstropfen - ich musste Sid auf einem Abschleppwagen zur technischen Inspektion bringen lassen, da er bei den kalten Temperaturen in Kharkiv nicht anspringen wollte.

Sid auf dem Abschleppwagen während der Zulassung

Vom Service Center aus habe ich Sid direkt in die Werkstatt meines Vertrauens gebracht. Natürlich sollten sie sich dort darum kümmern, dass Sid wieder anspringt, vor allem sollten dort aber auch einige Umbauten vorgenommen werden, während ich für 15 Tage nach Deutschland in den Urlaub fuhr. Einen Tag vor der Abreise nach Deutschland war ich dann auch dort und gemeinsam haben wir die vorzunehmenden Arbeiten - unter anderem den Austausch der alten, vergammelten Fenster - besprochen.

Neue Zündung, neuer Anlasser

In der Werkstatt bekam Sid eine neue, kontaktlose Zündung und einen neuen, verbesserten Anlasser. Damit sollten die aufgetauchten Kaltstartprobleme der Vergangenheit angehören.


Und während ich in Deutschland mit der Familie Urlaub machte, habe ich bei eBay einen Smart-Beifahrersitz für Eileen gekauft und per Post in die Ukraine schicken lassen. Allerdings wird der wohl frühestens Ende nächster Woche hier ankommen und dann eingebaut werden.

Mein Lieblingsfoto aus dem Jahr 2020 - Sonnenuntergang auf dem Rückweg von einem Treffen mit Pavel





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