Erster Bericht aus der Werkstatt

29. November 2019 - Nachdem ich sechs Wochen auf den Werkstatt Termin gewartet habe, geht es jetzt Schlag auf Schlag. Erste Inspektionsergebnisse und Fotos aus der Werkstatt. Danke an Vadim für die Fotos.

Der Motor bei Sids Ankunft in der Werkstatt

OK - ein Motor wird im Laufe der Zeit schmutzig. So ist es auch mit einem 37 Jahre alten Sid. Also wurde in der Werkstatt der Motor erst mal ein bißchen saubergemacht, damit man auch was erkennen kann. Das Bild oben wurde vor der Reinigung gemacht.

Zündkabel und Kerzen

Natürlich wurden rein standardmässig Zündkerzen und Zündkabel geprüft. Ergebnis: Zwei von vier arbeiten nicht vernünftig. Also raus mit allen Zündkablen und Zündkerzen und neue rein. Mit dem grob gereinigten Motor sieht das dann jetzt so aus.

Der Motor mit neuen Zündkabeln und grob gereinigt

Naja, und wenn man schon mal dabei ist, dann wird natürlich auch die mechanische Zündung überprüft. Ergebnis: Hält noch - aber wahrscheinlich nicht mehr lange. Ich habe gar nicht lange überlegt, sondern sofort um einen Austausch und den Einbau einer elektronischen Zündung gebeten. Das stand eh auf meiner Liste. Ist aus Vadims Sicht auch kein Problem, die erforderlichen Einbauteile sind schnell besorgt.

Die Zündanlage hat ihre besten Tage schon lange hinter sich

Die Ventile wurden auch schon geprüft und eingestellt. Die einzelnen Bauteile sind soweit OK, da muss ausser dem Einstellen des korrekten Spiels nichts gemacht werden. Ich darf ja auch mal Glück haben.

Ventilspiel einstellen

So - was wurde noch festgestellt? Irgendwie klemmt das Gaspedal, beziehungsweise der Gaszug oder die Drosselklappe im Vergaser. Die Drosselklappe lässt sich beim Betätigen des Gaspedals nicht komplett öffnen. Damit der Vergaser vernünftig funktioniert, sollte sie das aber tun.

Der ausgebaute Vergaser mit teilweise sichtbarer Drosselklappe

Für mich nicht unerwartet - im Gegenteil - wird also auch der Vergaser erst einmal gründlich überprüft und nötigenfalls wieder instandgesetzt. Darüber hinaus werden natürlich auch die mechanischen Teile - das Gaspedal und der Gaszug - überprüft und gewartet, falls nötig auch ausgetauscht.

Die Reifenfrage

Man soll es nicht glauben, aber ich bin ein relativ sicherheitsbewusster Mensch. Als Fahr- und Sicherheitstrainer für Motorräder und als Winter Driving Instructor weiss ich, wie wichtig vernünftiges Material ist. Und das betrifft gerade hier in der Ukraine die Reifen - um diese Jahreszeit die Winterreifen. Und so stand für mich von Anfang an fest, dass Sid ein paar ordentliche Winterreifen bekommen wird. Insgesamt fünf - da ich auf dem Reserverad auch einen Winterreifen habe möchte.


Vadim hat mir heute die Links zu zwei Online Reifenhändlern in der Ukraine geschickt. Und da habe ich dann mal nach passenden Reifen gesucht. Original kommt der UAZ452 mit Reifen der Größe 8.40-15 daher - das entspricht am ehestens der europäischen Reifengröße 215/80-15. Durch die neuen Felgen brauche ich breitere Reifen - ein 265er wäre optimal.


Auf der Homepage der ukrainischen Firma TyreSale finde ich den MICHELIN Latitude X-Ice Xi2 in der Größe 265/70R15 112T für umgerechnet 60 Euro pro Reifen. Preislich ist das akzeptabel und mit vier von fünf Sternen ist er auch noch recht gut bewertet. Allerdings hat er den Nachteil, dass er nur als /70er Reifen zu bekommen ist, was mir etwas Bodenfreiheit nehmen wird.

Michelin von TyreSale (Copyright des Fotos by TyreSale)

Auf der Homepage von InfoShina finde ich den Toyo Observe Garit GSi5 in der Größe 265/75 R15 112Q. Allerdings finde ich hier keinen Preis. Den wird mir aber Vadim so schnell wie möglich besorgen. Dieser Reifen ist in der /75er Größe erhältlich und würde mir etwas mehr Bodenfreiheit geben als der Michelin. Darüber hinaus ist er von den Käufern mit fünf von fünf Sternen bewertet. Wenn er nicht bedeutend teurer ist als der Michelin, werde ich mich wohl für ihn entscheiden.

TOYO von InfoShina (Copyright des Fotos by InfoShina)

Der Lastindex beider Reifen beträgt übrigens 112, das ist deutlich mehr als der Buchanka benötigt und serienmäßig mitbringt - also völlig problemlos zur Verwendung auf Sid geeignet. Der Geschwindigkeitsindex des Michelin ist T (bis 190km/h), beim TOYO ist er Q (bis 160km/h). Das sind beides Geschwindigkeiten, die Sid nur im freien Fall erreicht, wenn man ihn aus großer Höhe aus dem Flugzeug wirft - da brauche ich mir also auch keine Gedanken machen.

Große Freude

Ich muss ja gestehen, dass ich mir momentan ein kleines Loch in den Bauch freue. Nachdem sich wochenlang nichts getan hat - im Grunde von August bis November - geht es jetzt richtig zur Sache. Dazu kommt, dass ich morgen auch noch eine Portraitfotosession in einem tollen Mietfotostudio hier in Kharkiv haben werde - da steht mir ein gutes Wochenende bevor.

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