Das erste grobe Ausbaukonzept

Während Sid zur Zeit in der Werkstatt in Kharkiv verkehrssicher gemacht wird, mache ich mir in Deutschland die ersten Gedanken zum späteren Ausbau.

Die Fahrerzelle - ich denke, selbst die alten Spartaner hatten mehr Komfort

Zur Zeit ist Sid ziemlich nackt. Es gibt keinen wirklichen Innenausbau, bis auf den Holzboden auf der Ladefläche ist da gar nichts. Das hat Nachteile - zur Zeit ist Sid während der Fahrt lauter als ein startender Düsenjäger und es sieht ziemlich hässlich aus - es hat aber auch Vorteile - ich kann von Grund auf planen, wie ich Sid meinen Bedürfnissen am besten anpassen und dann entsprechend ausbauen kann.

Vor dem Ausbau kommt die Funktionstüchtigkeit

Mir ist natürlich bewusst, dass dieses erste Ausbaukonzept noch lange nicht in die Realisierungsphase gehen kann. Bevor ich mit dem Ausbau beginne, wird Sid erst einmal voll funktionstüchtig gemacht. Neben den Arbeiten am Fahrwerk und den Bremsen, die gerade in Kharkiv durchgeführt werden, stehen noch ein Besuch bei einem Karosseriebauer zur Entrostung und einem Fahrzeugelektriker an. Erst danach wird es in die Ausbauphase gehen.

Der Innenraum - leer, nackt und laut

Mein Ausbaukonzept richtet sich streng danach, was ich später eigentlich mit Sid machen möchte. Also fange ich mit einer Bedürfnisliste an und notiere mir dazu meine persönlichen Ideen, wie ich diese Bedürfnisse befriedigen kann.

Meine persönliche Bedürfnisliste

Was muss Sid also in Zukunft alles können?

- Er muss mich von A nach B transportieren, wobei sich sowohl A als auch B in den meisten Fällen in Russland und den früheren Sowjetrepubliken befinden werden - das bedeutet, die Straßen werden nicht immer die besten sein.

- Er muss einfach zu reparieren sein, falls mal etwas unterwegs den Geist aufgibt.

- Er muss mir eine Möglichkeit zum Übernachten bieten, falls ich mal irgendwo auf dem Weg von A nach B nachts fotografieren möchte oder auch kein passendes Hotel zum Übernachten finde.

- Er muss mir einen Arbeitsplatz bieten, an dem ich Fotos bearbeiten und Texte schreiben kann.

- Er muss mir einen gemütlichen Aufenthaltsort bieten, falls ich mal irgendwo einen längeren Aufenthalt habe.

- Er muss mir die Möglichkeit bieten, mir auch mal einen Kaffee machen zu können.

- Er muss mir erlauben meine Musik hören zu können, sowohl während der Fahrt als auch im Stand.

- Er muss mir ermöglichen, meine vielfältigen elektronischen Helferlein und ihre Akkus - und das schliesst meine Fotoausrüstung mit ein - während der Fahrt wieder aufzuladen.

- Er muss seine eigenen Ersatzteile und Werkzeuge transportieren, genauso wie mein Gepäck.

Was ich nicht brauche

Genauso wichtig wie das, was ich brauche, ist natürlich was ich nicht brauche und deshalb beim Ausbau nicht berücksichtigen muss.

- Ich brauche keine komplette Küche, da ich nicht vorhabe, mich unterwegs selbst zu verpflegen.

- Ich brauche keine Dusche, da ich vorzugsweise in Hotels und Pensionen übernachten werde.

- Ich brauche aus dem gleichen Grund keine Campingtoilette.

- Ich brauche keine Bequemlichkeit für Passagiere, da ich in erster Linie alleine unterwegs sein werde.

Der Innenraum aus der anderen Richtung fotografiert - genauso leer, nackt und laut

273cm lang - 182cm breit - 129cm hoch

Das sind die Maße, die mir zum Ausbau zur Verfügung stehen. Mal schauen, wie das am besten klappt.


Die Grundidee ist, den hinteren Teil des Innenraums - von der Hälfte des Radkastens bis zur Heckklappe - bis zur Unterkante des Fensters als Gepäck- und Werkzeugstauraum zu verwenden. Da soll dann auch das Reserverad mit rein. Geplant ist eine Holzbox mit separatem Fach für Reserverad, Wagenheber und Radkreuz, sowie diversen Fächern, in denen ich in Kunststoffboxen Ersatzteile und Werkzeuge unterbringen kann.


Auf die Abdeckplatte der Holzbox werde ich Gurtbesfestigungen für einen Campingtisch, drei Campingstühle und ein breites Feldbett montieren. Auf die Gurtbefestigungen lege ich großen Wert, da ich vermeiden möchte, dass mein Gepäck auf den zu erwartenden unbefestigten Wegen rumspringt oder sich im Falle einer Vollbremsung ungebremst in Richtung Fahrerkabine bewegt.

Schlafen auf dem Dach

Um im Innenraum des Fahrzeugs mehr Platz zu schaffen, stand für mich schon von Anfang an fest, dass ich mein Bett auf das Dach des Buchanka auslagern werde. Das wird in Form eines relativ einfachen und kleinen Klappdachzeltes geschehen - eine Breite von maximal 1,4m und eine Länge von maximal 2,2m reichen für mich völlig aus, da ich keine Mitschläfer erwarte und einplane.


Entsprechende Informationen und Inspirationen habe ich mir von den Dachzeltnomaden geholt, bei denen sich alles um Dachzelte dreht. Eine wirklich informative Seite mit einer Gruppe, die auch auf Facebook aktiv ist.

Noch ohne - bald aber mit insgesamt vier Dachträgern

Auf Sids Dach sollen insgesamt vier Dachträger, die drei hinteren davon für das Dachzelt, zwischen den beiden davor möchte ich Solarpanele montieren, die die geplanten Zusatzbatterien im Fahrzeug aufladen sollen.

Der Arbeitsplatz im Innenraum

Den Innenraum plane ich mit einer Wand aus Siebdruckplatten auf einem Holzrahmen vom eigentlichen Fahrerraum abzutrennen. Es wird eine Luke zwischen Fahrerraum und Innenraum geben, die wird aber eher die Funktion einer Durchreiche haben und keinen unkomplizierten Zugang bieten. Dahinter steht einfach der Gedanke, eine möglichst hohe Geräuschisolierung während der Fahrt mit dem Buchanka zu erreichen.


Der verbleibende Innenraum zwischen der Wand und der Gepäckbox wird als Sitz- und Arbeitsbereich ausgebaut. Ein Tisch, einige verschließbare Aufbewahrungsfächer, eine Sitzbank, in der ich mindestens zwei mit den Solarpanelen verbundene Zusatzbatterien einbauen möchte. Dazu einige Aufbewahrungsfächer für Besteck, Kaffee, Campingkocker, Wasserkessel. Im Bereich des Tisches ausreichend Anschlüsse zum Laden meines Laptops und meiner elektronischen Geräte. Details gibt es dazu noch keine - wie schon geschrieben, das ist mein erstes, grobes Ausbaukonzept und wird sich im Laufe der kommenden Monate mit Sicherheit noch konkretisieren oder auch ändern.


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