Beginn des Ausbaus

3. April 2020 - Bevor ich mit dem eigentlichen Ausbau anfange, habe ich erst mal einige Fotos vom aktuellen Zustand gemacht. Ich bin jetzt schon gespannt, wie ein späterer vorher-nachher Vergleich ausfällt.

Übersichtlich und mit Patina - die Fahrerkabine vor dem Ausbau

Bevor ich mit dem eigentlichen Ausbau anfangen kann, muss ich Sid erst einmal ausräumen. In dem halben Jahr, seitdem ich Sid gekauft habe, hat sich einiges auf der Ladefläche angesammelt. In erster Linie Ersatzteile - zum Beispiel habe ich da eine originalverpackte Pumpe gefunden, von der ich nicht einmal weiss, wo sie herkommt und wo sie hingehört - daneben jede Menge altes Verpackungsmaterial. Und dann auch noch ganz gewöhnlicher Dreck, und zwar jede Menge Dreck. Aber zum Glück habe ich mir hier in Kharkiv ja schon Handfeger und Kehrblech gekauft.

Der Innenraum - gut 5m² zukünftige Wohnfläche

Zur Zeit hadere ich noch ein bißchen mit der Frage, wie ich anfangen soll. Alles raus - also weg mit dem alten Holzboden und dem Fahrzeughimmel und dann entrosten, abdichten und vor neuem Rost schützen? Oder doch erst die Fahrerkabine in Angriff nehmen, inklusive der reinen Fahrzeugelektrik? Ich weiss nur, dass Sid bis auf weiteres noch fahrbereit bleiben muss, da ich ihn immer noch nicht auf meinen Namen angemeldet habe. Ich muss also irgendwann die 560km nach Kiew fahren zur Anmeldung. Das habe ich bislang noch nicht gemacht, da Sid erst nicht fahrbereit war und ich jetzt, aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19, nicht unbedingt durch's ganze Land fahren will.

Die Corona Krise in der Ukraine

Corona und Covid-19 - das ist auch in der Ukraine im Moment das alles beherrschende Thema. Im Gegensatz zu Deutschland hat die Ukraine sehr schnell reagiert. Ich muss zugeben, dass ich anfangs dachte, die Maßnahmen wären übertrieben, da ich diese Pandemie selber nicht wirklich ernst genommen habe. Das hat sich allerdings schnell geändert, nachdem ich die Nachrichten aus Italien gesehen und im Anschluss daran die erste Pressekonferenz des deutschen Robert Koch Instituts gesehen habe. Und inzwischen bin ich froh, dass die Ukraine so schnell reagiert hat.


Allerdings haben die Einschränkungen, die im Kampf gegen Covid-19 angeordnet wurden, auch Einfluss auf mich. Da die meisten Geschäfte geschlossen sind, kann ich derzeit benötigte Materialien, wie zum Beispiel Kabel, nicht mal eben so einkaufen. Und da ich versuche, mich an die angeordneten Einschränkungen der Ukraine wie auch die Empfehlungen des Robert Koch Instituts zu halten, sind auch online Bestellungen, die in der Ukraine in der Regel bei den Postämtern abgeholt werden müssen, nicht wirklich eine gesunde Option. Und während ich das hier so schreibe, wird mir klar, wie ich weitermachen muss. Erst mal alles Überflüssige demontieren und den dabei anfallenden Müll entsorgen. Dafür brauche ich nichts - die nötigen Werkzeuge habe ich zum Glück in meiner Garage hier in Kharkiv.

Interessante ukrainische Konstruktion - Vierkantrahmen mit aufgeschweissten Blechen - fertig!

Ich bin wirklich gespannt, wie es unter dem alten Holzboden aussieht und wieviel Arbeit ich in die Renovierung stecken muss. Allerdings habe ich ab morgen ein anderes Problem - ich muss umziehen. Zum Glück nur innerhalb Kharkivs, aber ich vermute, dass ich dieses Wochenende nicht dazu kommen werde, den Boden und den Himmel aus dem Fahrzeug zu entfernen. Das verschiebe ich gedanklich schon mal auf nächstes Wochenende.

Schlafen - arbeiten - Kaffee kochen

Und wie sieht mein Ausbaukonzept aus? Im Grunde ist es relativ einfach. Ich werde drei der fünf großen Schiebefenster schliessen. Nur die mittleren Fenster auf beiden Fahrzeugseiten werde ich versuchen zu restaurieren und zu erhalten.


Im Bereich der beiden hinteren Fenster - die dann geschlossen sind - möchte ich quer ein Bett einbauen. Das wird für meine 1,85m zwar zu kurz, da ich das Bett aber nicht ständig nutzen werde, ist mir das egal und ich nehme die unbequeme Schlafposition in Embryohaltung in Kauf. Unter dem Bett - teilweise von außen, teilweise von innen zugänglich - werde ich Stauraum bauen, u.a. für einen kleinen Campingtisch, Campingstühle, ein zusätzliches Feldbett.


Im Bereich der mittleren Fenster - die beide offen bleiben - werde ich einen Computerarbeitsplatz für Bildbearbeitung und Videoschnitt, bauen. Hier werde ich auch die Ladegeräte für die verschiedenen Elektrogeräte platzieren.


Im Bereich des vorderen Schiebefensters, hinter dem Fahrersitz, werde ich bis unter die Decke einen Stauraum bauen, mit Aufbewahrungsmöglichkeit für alles, was ich unterwegs so benötige. Kleidung, Foto- und Videoausrüstung, Drohne. Das Fenster wird dafür von innen zugemacht und von außen versiegelt.

Die hintere Tür ist bei meinem Sid viel weiter vorne als bei einem regulären UAZ452

Zwischen Fahrerkabine und Innenraum werde ich eine Wand montieren, mit einem verschließbaren Fenster. An die Innenseite der hinteren Beifahrertür kommt eine Klappkiste mit einem Gaskartuschenkocher, damit ich mir unterwegs auch mal einen Kaffee kochen kann. Als begnadeter Nichtkoch werde ich weitestgehend darauf verzichten, mir mein Essen selber zu kochen - schließlich will ich mich ja nicht selber vergiften.


Im Bereich des mittleren Fensters auf der Beifahrerseite - das offen bleiben soll - werde ich mir eine Sitzgelegenheit für den Computerarbeitsplatz einbauen. Unter dem Sitz dann Stauraum für Schuhe und Kleidung. Und damit ist mein Ausbaukonzept schon am Ende.


OK - es wird auch einen Dachgarten geben, über Zweidrittel der Dachlänge. Dort werde ich ein Reserverad und zwei Alukisten installieren. Eine für Ersatzteile und Werkzeuge, die andere für Reservekanister. Da mein UAZ452D nur den Haupttank mit 56 Litern Inhalt hat, komme ich natürlich nicht weit. Und ich denke, 40 Liter Reservebenzin können auf der von mir geplanten Tour nicht schaden.

Noch ein Unterschied zum regulären UAZ452 - Heckklappe statt zweiflügeliger Tür

Ach, halt - ganz wichtig. Eine Kompressorkühlbox wird es noch geben. Die werde ich an der Zwischenwand über dem Motorblock installieren, so dass ich auch aus der Fahrerkabine an die Box herankomme.

© 2018/2019 Franklin Tummescheit. Erstellt mit Wix.com